Liebe LeserInnen

Die Schweiz liegt gefühlt auf der anderen Seite unseres Planeten.

Aus den Augen bedeutet jedoch nicht zwangsweise aus dem Sinn. 
everystepanadventure auf blogspot bietet euch die Möglichkeit, regelmässig an meinen Erlebnissen und Eindrücken in Südostasien teilzuhaben. 
So liegt es jetzt an mir, die Kommunikationsmöglichkeiten auszureizen und euch an meinen Schritten teilhaben zu lassen.. 

somit, bis auf gelegentlich wieder! 





Freitag, 17. September 2010

Das letzte Kapitel

zum Thema Kätzchen

Genauso wie ich quasi über Nacht zum Katzenvater gemacht wurde. Genauso unplanmässig und schnell wurde mir die Verantwortung über die Kätzchenschicksale wieder entzogen. Morgens noch fit, als ich ihn einer Kollegin brachte, die über den Tag auf die beiden aufpasste. Abends dann zu erschöpft, um überhaupt noch den Kopf zu heben. 

Wieder zu Hause angekommen, atmete er seine letzten Atemzüge geborgen in meiner Hand. Zwei Tage später teilte sein Schwesterchen sein Schicksal auf dieselbe Art und Weise. Nun sind die Seelen von Jet und den Kleinen wiedervereint. Mein Bestes und die wiedernatürlichen Umstände, denen die Kleinen vom Tag ihrer Geburt an ausgesetzt waren, konnten ein warmes Nest mit Mama und Muttermilch in keiner Weise aufwiegen.

Die zwei Schreihälse fehlen mir. Sie, die mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, eine Menge Aufmerksamkeit in Anspruch genommen und mich dafür wie ihre Mama geliebt haben. Auf jeden Fall war es eine eindrückliche Erfahrung, diese gebrechlichen Geschöpfe in Obhut zu haben.

Mögen sie in Frieden ruhen.

Es tun sich gleich wieder grosse Zeitfenster auf, die mir zur freien Verfügung stehen. Nächte, die wieder durchgeschlafen werden können. Mein Respekt an alle Eltern, die das mit ihren eigenen Kindern durchgemacht haben!

Montag, 6. September 2010

Glückliche Momente

und deren Antonyme!

Angefangen bei den beiden Kleinen. Sie wachsen und gedeihen trotz nicht ganz einfachen Umständen. Sie sind meine steten Begleiter: zu Hause, in der Schule, auf dem Motorrad, im Tauchshop und gestern haben sie ihre ersten Schritte auf dem Tauchboot gemacht.

Unser Deal: Ich kümmere mich um sie nach bestem Wissen und Gewissen. Sie müssen den Rückgrat mitbringen, meinen Lebensstil mitleben. Sicher, die ersten paar Tage war ich nicht tauchen und ich versuche es ihnen so katzengerecht wie möglich zu machen. Doch die Kleinen haben ein dickes Pelzchen. Normalerweise könnten sie sich ja einfach an den Bauch ihrer Mutter kuscheln..

Beide haben sie ihre Nabelschnürchen abgestossen und beginnen immer öfters, ihre Umgebung zu erkunden. Immer mit der Nase voran. Sie sind noch immer blind und gehörlos. Diese beiden Sinne sind erst im Begriff, sich zu entwickeln. In den nächsten Tagen dürften sie ihre Augen öffnen und zum ersten Mal das verschwommen wahrnemen, was ihre Nasen bereits bestens kennen. Ihre Krallen werden zu Rasiermesser, im gleichen Tempo, wie sie mich als milchspendenden Papa akzeptieren und meine stete Anwesenheit verlangen. Unsere Beziehung wird wohl nicht ganz ohne Kratzer bleiben und meine Geduld in Punkto Katzengeschrei aufs härteste herausfordern!

Immerhin hatte ich mal Zeit, mich darüber zu informieren, was alles zu meinen Aufgaben gehört. Anspruchsvoll ist es nicht, nur braucht es eine Menge Zeit und Geduld, bis die Kleinen selber für sich einstehen können.

Bereits sind sie eine Woche alt und erobern die Herzen im Sturm, wo sie  auch immer ihre Schnäuzchen aus ihrer Kiste stecken.

Jet, die Mama der Kleinen ist in der Nacht auf heute gestorben.

Statt sich von der Operation zu erholen, kämpfte sie mit inneren Blutungen, war matt und nicht wieder zu erkennen. Es zerriss mir das Herz, sie in ihrer Appetit- und Antriebslosigkeit leiden zu sehen. Als die Blutungen begannen und sie überall wo sie sich hinsetzte ein Stückchen Leben liess, brachte ich sie schweren Herzens wieder in die Tierklinik. Ich hoffte ihr damit nochmals ne Chance geben zu können.

Sollte nicht sein und damit schloss sich der Kreis. Mit ihrem ersten Wurf schenkte sie zwei neue Leben, auch wenn sie dafür ihr eigenes hergeben musste.

Jet wird mir fehlen. Besser gesagt, sie fehlt mir schon seit der Geburt ihrer Kids. In der Natur wäre bereits die ihr Todesurteil gewesen. All die angenehmen Momente, die eine aufgeweckte, kuschelige Jungkatze, die vollstes Vertrauen in einen gefasst hat, so mit sich bringt, sind nur noch Erinnerung. Zumal ich für Katzen nicht besonders viel übrig hatte, bevor Jet mich mit der ihr eigenen Art und Weise gewann.

Wie geht’s mir dabei?

Der Verlust von Jet trifft mich sehr. Wie viele gemeinsamen Stunden und glücklichen Momente haben wir zusammen verbracht? Unendlich viele. Sie war stets präsent, wenn ich wach zu Hause war. Wie regelmässig haben mich ihr Charakter, manchmal ihre Einfältigkeit zum lachen gebracht! Mit ihrer Präsenz hatte ich nie das Gefühl, alleine zu wohnen – sie war immer da. Sobald sie das Knattern meines Motorrades vernahm, kam sie angerannt und war im Haus, sobald die Tür aufging. Meine kleine Stimmungsheberin wird so leicht nicht zu ersetzen sein. So wies ausschaut brauchts gleich zwei Katzen für einen gleichwertigen Effekt;)

Die blinden beiden Fellknäuelchen brauchen bald nicht mehr diese intensive Betreuung über Nacht. Das heisst, wenigstens über Nacht mal mehr als nur zwei Stunden Pause von ihnen. Mit ihren nun schon sieben Tage, brauchen sie nachts nur noch alle 4 Stunden warme Milch auf den Magen. Ich hab den Schlaf bitter nötig, es ist wie ne Folter, knapp alle zwei Stunden geweckt zu werden, um Kätzchen zu füttern! Anderthalb Stunden Schlaf, halbe Stunde für Füttern und Körperpflege usw. Da würde es ewig in den Tag hineindauern, bis ich mich mal ausgeschlafen bin. Nur, soviel Zeit ist mir nicht gegeben und so prügle ich mich mehr taub als lebendig durchs Tagesprogramm.

Ab heute ist Besserung in Sicht!

Mittwoch, 1. September 2010

Kinderschreie

machen Mama neugierig..

Sie scheinen immer hungrig. Zumindest beginnt einige Minuten vor der angedachten Fütterung das Krabbeln im Korb. Es wird gereckt, gestreckt, gegähnt und dannn geht das Geschrei los. Alle zwei Stunden für gut 30 min. Kurz überschlagen wird demnach ein viertel meiner Aufmerksamkeit in den nächsten Wochen meinen Kittens gehören. Sie habens auch verdient & sind wirklich süss. Natürlich will ich das auch dokumentarisch begleiten um das Erlebnis für mich aufzubewahren und alle die wollen daran teilhaben lassen. Wenn das Krabbeln losgeht, schaut auch Jet mal vorbei. Irgendwie scheints ihr zu gefallen, dass ich die Kleinen füttere. Sie selber jedoch weiss nicht viel mit ihnen anzufangen. Einmal schnuppern, ein bisschen schauen und dann weg aus dem akkustischen Schussfeld. Kein Wunder auch. Als ich sie gestern aus der Tierklinik abgeholt hatte, wurde sie gerade erst vom Tropf losgemacht. Mit blau schimmernden Pupillen und noch total benommen unternahm sie dann die ersten Gehversuche in meiner Wohnung. Wankender als nach zwei Wochen auf hoher See!

Mittlerweile wirkt sie entspannt, wenn sie sich hinlegt. Die allzu leidende, halb sitzend halb liegende Position, heraushängende Zunge und die geistige Abwesenheit war gestern.

Ich glaube sie kriegt den Dreh. Dachte schon, ich müsste in Kürze auch noch einen Katzenleib verscharren. Was allerdings nicht gehen wird – ich hegte bis zur letzten Sekunde irgendwie Hoffnung ist, dass sie ihre Kids zum säugen übernimmt. Nicht bei dem Medikamentenspiegel im Blut, ebenso wenig wegen der Operationswunde, die grosszügig abgeklebt wurde. Das Nein der Tierärztin war deutlich. Wenigstens zuschauen darf sie. Immerhin hege ich die Hoffnung, dass sie sich erinnert, deren Mama zu sein und mir bei der Fellpflege und der Erziehung hilft.

Für was mir anfangs richtig Kopfzerbrechen bereitete, ist ne Lösung da. Den Transport der Kleinen. Für auszufahren gibt’s ne kleine Transportbox, die ich mir unter einer Jacke umhängen kann. Versehen mit einer Wärmeflasche und gut ausgekleidet, sollte sie den kleinen trotz Fahrtwind und Lärm ein warmes, behagliches Nest bieten. Im Tauchshop ist ebenfalls eine Box eingerichtet – für mit aufs Tauchboot und als Aufenthalt während der Arbeitszeit im Shop.

Eins zu Null für die kleinen. Sie sind richtige Sympathieträger! Wer hat schon 2, 3 Tage alte Kätzchen von so nah gesehen und womöglich noch gestreichelt..

Unterdessen hab ICH’s schon zur Genüge getan und muss mich gelegentlich motivieren, mich an den leicht aufgezwungenen Rhythmus zu halten und mich den Schreihälsen zu widmen.

Nichts für Ungut, die werden schon nicht vernachlässigt. Die Welt draussen wird jedoch in nächster Zeit wohl mit Katzengeschichten gefüttert. Immerhin fordern die den vierten Teil eines 24h Tages von mir. Da wurde noch nichts gegessen, noch nicht gearbeitet, geschlafen und für die Schule gelernt..! Beim nächsten Mal will ich ein Katzenmami, das ihr Handwerk versteht und es auch ausübt! Diese Arbeitsteilung ist zu einseitig!