Liebe LeserInnen

Die Schweiz liegt gefühlt auf der anderen Seite unseres Planeten.

Aus den Augen bedeutet jedoch nicht zwangsweise aus dem Sinn. 
everystepanadventure auf blogspot bietet euch die Möglichkeit, regelmässig an meinen Erlebnissen und Eindrücken in Südostasien teilzuhaben. 
So liegt es jetzt an mir, die Kommunikationsmöglichkeiten auszureizen und euch an meinen Schritten teilhaben zu lassen.. 

somit, bis auf gelegentlich wieder! 





Donnerstag, 24. Juni 2010

Faszination Tier

Wie Jet zu ihrem Namen und ich zur Katze kam.

 Äusserst fasziniert von Tieren, hätte ich nicht gedacht, einem einzelnen emotional einmal so nahe zu kommen. Das genaue Beobachten, Nachspüren & Studieren der Tierwelt konnte mich schon immer begeistern. Doch immer mit einer gewissen emotionalen Distanz. Ich war immer Gast in der Welt dieser Tiere oder sie meine. Geladen oder ungeladen. Dass sich so ein Geschöpf jedoch intensiv und unermüdlich darum bemüht, meine Gunst zu gewinnen und Teil meines Lebens zu werden, erlebe ich momentan zum ersten Mal.

Eines Tages stand sie da, die kleingewachsene Tigerkatze und miaute mich heiser an. Ich weiss nicht mehr, wie ich darauf reagiert habe. Doch am nächsten und übernächsten Tag stand sie wieder da. Miaute heiser und suchte meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ihre heisere Stimme gefiel mir auf Anhieb. Auch hat sie einen gerade gewachsenen Schwanz. Keinen abgeknickten, wie die meisten Katzen in Asien, der irgendwie nicht zu diesen eleganten Tieren passt.

Jet ist lange nicht die einzige Katze, die mich täglich besucht, doch im Gegensatz zu den anderen suchte sie meine Nähe und leistete starke Beziehungsarbeit. Irgendwann wollte ich sie nicht mehr nur „die Katze“ nennen und gab ihr einen Namen. Jet.

Ohne darüber nachzudenken zu müssen, benannte ich sie nach ihren blitzschnellen Austickern im Spiel mit sich selbst. Zudem ist der Name einsilbig, wie die meisten Kurznamen der Thais. Das war mit der Moment, wo sie für mich Teil unserer damaligen Wohngemeinschaft wurde. Auch wenn ihr Revier vor meiner Wohnungstür endete.

Zum Willkommensakt gehörte was zu essen von unserem Tisch. Ein weiteres Argument, sich mit uns zu verstehen.. Klar, das Angebot ist knapp und die Rivalen um Nahrung überall präsent. Ihren feinen Körperbau gleicht sie durch ihr Temperament aus, wenn es darum geht, ihre Mahlzeiten gegen potentielle Mitesser zu verteidigen.

Ich begann diese liebenswerte Kreatur ihres Charakters wegen richtig zu mögen. Nie ernsthaft darüber nachgedacht, ein Haustier zu halten, doch wenn ein Tier mich zu seinem Beschützer auswählt, kann ich diese Aufgabe schwer ablehnen. Besonders, wenn es so süss, weich wie ein Teddy und durchgeknallt daherkommt wie Jet. 

Seit Jim und Dschih ausgezogen sind, versuchte sie die physische Barriere, das Mückengitter in der Tür, beharrlich zu überwinden, um auch auf die Wohnung Anspruch zu erheben. Doch sie ist noch immer eine Katze von der Strasse und mit weiss wer wie vielen Käfern gespickt, die ich definitiv nicht in meiner Wohnung will. Diejenigen, die sich selber Zutritt verschaffen können, reichen mir aus. 

Zu Recht. Ein Juckreiz, der anfangs lästig schien, doch mit der Zeit so stark wurde, dass ich meine Katze nie mehr als zwei Minuten sitzen sah, ohne sich zu kratzen, brachte ihr den wahrscheinlich ersten Besuch beim Tierarzt ein. Befund: Käfer im Ohr, die unter dem Mikroskop nicht gerade wie gemütliche Gäste aussahen. Geimpft und mit täglichem Ohrenputzen zucken ihre Pfoten jetzt auch auf meinem Lesestuhl, wenn sie dösend vor sich hin träumt. Sie liebt es, nicht mehr nur vor Tür und Fenster zu warten, bis ich mir Zeit für sie nehme, sondern stets in meiner Nähe zu sein. Ihre Streicheleinheiten für ihren flauschigen Bauch fordert sie noch immer ein, indem sie sich auf den Boden wirft und auf den Rücken dreht. Mir behagt es, mich nicht mehr gegen eine Invasion von Mücken zu wehren, wenn ich sie sich abends genüsslich strecken sehen möchte. 

Genug Text über meine erste Tierliebe.

Es ist echt witzig an mir selbst zu erleben, was zwischen Mensch und Tier an Beziehung aufgebaut werden kann, wenn die Chemie stimmt. Denn zu den anderen Katzen in der Nachbarschaft hat sich meine Beziehung nicht gross geändert. Die sind noch genauso interessant, aus Distanz zu beobachten, mehr nicht.

Doch, eine gewisse Freude keimt auf, wenn ich Jet ihre Besitzansprüche geltend machen und sich dazwischen stellen sehe, wenn ich mich einer anderen mal hallo sagen will..

Unverkennbar Jet:

Mittwoch, 23. Juni 2010

Zurück zur Normalität

Situation in Bangkok

Der Ausnahmezustand in Bangkok ist Geschichte, die Ausgangssperre für die Nordprovinzen wieder aufgehoben. Nachdem zwischen dem 14. und 19. Mai in Bangkok Militär und Redshirts mit empfindlichen Verlusten auf beiden Seiten aufeinander prallten, ist im Norden Thailands wieder Ruhe eingekehrt. Die Reds sind wieder zu Hause und Thailand ohne Vorsichtsmassnahmen wieder bereisbar. Hier im Süden war, abgesehen von der intensiven Berichterstattung in den Medien, vom ganzen Protest nichts zu spüren.

Also, auf nach Thailand! So günstig werden die Flüge nach Bangkok und nach Krabi hoffentlich eine Weile nicht mehr zu buchen sein!

Dienstag, 15. Juni 2010

Bewehrt mit gepanzerten Zangen

zu Hause in den idyllischsten Landschaften

Die meisten Low-Season-Arbeiten in der Tauchbasis sind erledigt. Alle Regulatoren und Gerätschaften gewartet, die Werkstatt nach meinem Gusto neu eingerichtet und strukturiert. Die Printsachen für die nächste Saison optimiert und überarbeitet.

Wenn mich die Lust nach anderen Abenteuern packt, ist meine Kamera meist nicht weit. Auch in Untiefen sind die Meeresbewohner spektakulär und ein genaueres Hinsehen bringt so manche interessante Entdeckung zu Tage. Auf den zweiten Blick wimmelt es in den Gezeitentümpeln am Meeresufer von Leben, wenn diese bei Ebbe freigelegt und die fleissigen Arbeiterchen aktiv werden.

Einige Eindrücke von den scheuen Achtbeinern..

Mittwoch, 9. Juni 2010

Monsunphänomene

Vom Wetter und der wiedererwachten Vegetation.
Es ist echt interessant, was die Monsunwinde neben einer Baisse an Tauchern noch mit sich bringen. Das Meer ist ziemlich harsch momentan und das Bootfahren abenteuerlich. Doch richtig interessant waren die Regenfälle vor einigen Tagen. Auf den ungefähr 20 Kilometern von meiner Haustür zur Tauchbasis fuhr ich bestimmt sieben Mal in Regen hinein und wieder hinaus. Die Strasse war trocken, als ich losfuhr, der Himmel mit Regenwolkenfeldern gescheckt. Teilweise schien die Sonne durch und erhellte die Hügelformationen in der Ferne, während die direkt vor mir schwarz im Schatten der Wolken lagen. 
Kaum losgefahren schob sich ein etwa drei Fussballfelder grosser Wolkenteppich, aus dem es stark regnete zwischen mich und meinem Fahrziel. Keine zweihundert Meter davor stieg ich im Trockenen gemütlich vom Motorrad zog meinen Regenanzug über und bestaunte die Regenwand vor mir, in die ich gleich reinfahren würde. Wie mit dem Lineal gezogen wechselte die Farbe der Strasse von grau zu schwarz; wechselte trockene zu regendurchsetzter Luft. Einige hundert Meter weiter war der Spuk genauso plötzlich zu Ende und die Strasse wieder trocken. Dasselbe wiederholte sich wieder und wieder. Ein Phänomen von Erlebniswert!
Nach super heissem April und Mai mit Temperaturen zwischen 35 & 37 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit ist es nun gerade angenehm. Es ist nicht mehr so, dass einem vom blossen Sitzen im Schatten der Schweiss vom Körper trieft, sondern mit gut dreissig Grad abends geradezu kühl geworden. Der Regen fällt auch nicht mehr so schön planbar nach 17 Uhr (wenn es denn regnete), es muss mittlerweile bereits vormittag mit einem kräftigen Guss gerechnet werden. Meistens fällt er kurz und heftig, mit Sonnenschein vor und nachher.
Der schöne Nebeneffekt. Es wächst und gedeiht überall. Was dürr und fahl in der Sonne bleichte, als ich hier ankam, ist wieder voll leben und saftig grün. Den Früchten kann beinahe beim Wachsen zugeschaut werden. Spannend, wie rasch hier das Saisonangebot wechselt. Während die Auswahl an Bananen und Ananas im Moment eher mager ist, gibts verschiedene Lycheefrüchte zu Hauf im Angebot. Jeden Monat gibts neue Sorten zu entdecken. Allgemein gibts Früchte und Gemüse ohne Ende, von deren Existenz ich bisher keine Ahnung hatte. Es kann jedoch auch unglaublich viel gegessen werden, was einfach so wächst...vorausgesetzt, man weiss es zuzubereiten!

Freitag, 4. Juni 2010

Dschih und Yim

WG-Erfahrung in Thailand

Erst war's für ein Filmprojekt gedacht. 
Kaum hatte ich meine Filmausrüstung in Bangkok abgeholt und war wieder zurück in Krabi, als ich für ein erstes Filmprojekt gebucht wurde. Eine Firma, die Ausflüge zu verschiedenen Inseln anbietet, wollte diese filmisch dokumentiert und zu einem Werbestreifen verarbeitet haben. 
Mit meinen eingerosteten Filmskills war ich besonders beim Schneiden des Materials auf die Hilfe eines fähigen Cutters angewiesen. Yim, ein Freund von der Tauchbasis, hatte eben einige UW-Filme für seinen Onkel geschnitten & vertont und sich deswegen als Helfer an diesem Projekt geradezu aufgedrängt. Um konstruktiv zusammen arbeiten zu können, bezog er mein zweites Zimmer. Seine Freundin gesellte sich zu uns und wir waren zu dritt.
Die intensiven Filmwochen schweissten zusammen und so behielten wir den Status quo bei. 
Yim verbesserte mit meiner Hilfe seine Englischkenntnisse, während er mir seine Assistenz beim Vokabelnlernen für die Sprachschule anbot. Dschih, seine Freundin, weigerte sich grundsätzlich ihre Englischkenntnisse anzuwenden.
Dschih nutzte die Zeiten alleine zu Hause, um sich von der stillen Zuschauerin während Yim's ausgiebigen Gamesessions selbst zur Computerjüngerin zu mausern. Subjektiv empfunden übertraf sie Yim sogar dabei. Denn während sich Yim mit Strategiespielen den Kopf zuknallte, sass sie stundenlang vor inhaltsleeren Games, in denen es darum geht, mit immer denselben Tätigkeiten neue Erfahrungsstufen zu erlangen. Sie hielt das über Wochen aus, während einen der langweilige Inhalt der Spiele jeweils nach einigen Minuten zuschauen bereits gähnen machte. Dschih's konstantes Ausharren vor dem Bildschirm von morgens bis abends zog auch Yim immer mehr dahin zurück. Mit nur einem Computer zur Verfügung, endete es damit, dass sie sich absprachen, wer von wann bis wann spielt. 
So stand Dschih morgens zeitig auf, während sich Yim bis in den Nachmittag für die nächtlichen Gamesessions fit schlief. 
Während mich meine Tauchausbildung auf Trab hielt, vergassen meine beiden Mitbewohner immer mehr lebensrelevantes um sich herum, um sich dem Computer zu widmen. Keiner von beiden ging mehr zur Arbeit, als Hungerstiller taten es die Nudel-Fertiggerichte aus dem SevenEleven oder was der Kühlschrank gerade so hergab, sauber gemacht wurde nur noch auf meine Anordnung und Kommunikation wurde auf gamespezifische Inhalte beschränkt auf ein Minimum heruntergefahren.. 
Durch ihre einseitige Beschäftigung bankrott gelebt, kratzten sie zu stark an meiner Geduldstoleranz. 
Die offene Kritik an ihrer Lebenshaltung und meine Aufforderung sich eine andere Bleibe zu suchen stiess auf Verwunderung und ein gewisses Unverständnis. Nicht mit einkalkuliert war die thailändische Mentalität, sich aus exponierten Situation zurück zu ziehen und diese zu verschweigen. Während ich auf ein Gespräch wartete, versuchten sie dieses zu vermeiden und mir aus dem Weg zu gehen.
Ohne monetäre Mittel ist auch Thailand ein hartes Pflaster! Doch war ich immer wieder aufs neue erstaunt, wie sich die beiden immer irgendwie durchzuwürgen und meinen mittlerweile unverhohlenen Ärger über ihren Lebensstil wegzustecken wussten. 
Die ihnen zur Wohnungssuche zur Verfügung gestellte Zeit wäre ungenutzt verstrichen, hätte ich sie nicht wiederholt darauf angesprochen und den Stein mit Gewalt ins Rollen gebracht.
Einige Tage später präsentierte Yim eine interessante Lösung seiner monetären Probleme: Um die ausstehenden Beträge zu bezahlen und weiter mit seiner Freundin zusammen wohnen zu können, gedachte er seine Krankenversicherung zu kündigen und so an sein Geld auf deren Sperrkonto zu gelangen. 
Nach täglichen Besuchen und wohl etlichem Papierkrempel im Office der Kasse, hatte er sie soweit, dass sie ihm ohne die Kündigung einen Teil des Geldes auszuzahlen bereit waren.
Meine Geduld währte allerdings nicht bis zum Tag, an dem der Scheck eintraf. Leider. Ich hatte Yim eine weitere Woche gegeben, in der er sich um seine Angelegenheiten hätte kümmern und diese lösen können. Jedoch unter der Bedingung, aufs gerade hochaktuelle Onlinegamen zu verzichten und dafür ihre Sachen anzupacken.
Der Rest ist Geschichte: Sie standen einen Tag später mit ihren Sachen unter dem Arm auf der Strasse, da ihnen das Game wichtiger war als eine gemeinsame Zukunft. 
Jetzt wohnen beide wieder zu Hause bei ihren Eltern, bzw. Grosseltern. Meine Wohnung ist plötzlich wieder geräumig und die Stunden zu Hause ein Genuss..!
Sorry, der Text ist etwas einseitig geraten gegen Schluss hin, doch sollten die Tatsachen und Rollen nicht schöngeredet werden! Und..
..um meinen WG-Erwartungen auch nur annährend gerecht zu werden, muss nach den Jahren mit Tobi und Ralf ganz schön geklotzt werden! Danke nochmals, Jungs!
 

Dienstag, 1. Juni 2010

das Wichtigste in Kürze

Every step's an adventure, as long as you're living your dreams

That's why I'm living them now and don't just wait for better times to do so!
Anyway, mit dem Ziel möglichst viele meiner Träume zu leben und einigen vagen Plänen dazu, verliess ich Anfang 2010 mein angestammtes Leben in Zürich in Richtung Südostasien. Was ich verliess, war ein angenehmer und luxuriöser Lebensstil. Ich hatte alles und erreicht, was mir im Moment wichtig erschien. Dafür ne Menge Lebensträume ruhen, die ich in der Schweiz bei bestem Willen nicht verwirklichen konnte.
Einer davon, der eigentlich treibende, bestand aus: Sandstrand, Sonne und Salzwasser in Mengen. Jeden Tag in diesen paradiesischen Bedingungen aufzuwachen und da zu leben.
Die monetären Grundlagen dafür waren, nach Jahren "harter" Arbeit (die, dies miterlebt haben, wissen das hart richtig zu deuten;) und gleichzeitigem Goodwill meiner WG-Jungs, für die Anfangsmonate geschaffen. Und ich selbst mental bereit für ein Leben fernab der westlichen Zivilisation.
Um diesen "ewigen Urlaubstraum" auch in Zukunft fortsetzen zu können, erfülle ich mir gleich meinen nächsten grossen Traum: der des Tauchens als Profession.
Die Faszination der Unterwasserwelt hält mich seit den ersten Freitauchgängen im Meer in ihrem Banne. Was frei tauchend mit Flossen, Schnorchel und Brille begann hat ihre logische Fortsetzung im Scuba-Tauchen mit Druckluft gefunden.
Mein einstweiliges Ziel: anderen Interessierten und Tauchern die faszinierenden Welten unter Wasser ebenfalls zugänglich zu machen. Die schönen Erlebnisse zu teilen und ihnen das dazu notwendige Grundwissen und die Kenntnisse zum sicheren und (umwelt)bewussten Tauchen mit auf den Weg zu geben.
Damit ist allerdings noch lange nicht ausgeträumt..
Nach dem viel zu kurzen Trip nach Malaysia vor zwei Jahren nochmals richtig nach Südostasien zurückzukehren und mich mit dem Leben in diesem Teil der Erde auseinanderzusetzen, war ein weiterer Knoten meines Traumgeflechts. Thailand erweist sich immer wieder als gute Wahl für die erstrebten Veränderungen in meinem Leben.
Da sitze ich nun, in einer Bar über den Dächern des südthailändischen Städtchens Krabi, wo sich mir Tür und Tor zu Ausbildung, Bildung, Eigenheim (auf Miete!), Spass und Lebensfreude öffneten und immer wieder öffnen. Zu einem Leben von sich beinahe von selbst verwirklichenden Träumen bei gleichzeitig simplem Wohn- und Lebenskomfort.
Mit viel positiver Energie, die mir die aggressive thailändische Sonne täglich einbrennt. Hier, wo ich auch den Preis für die gewonnene Freiheit spüre. Denn all die wertvollen Menschen, Familie und Freunde, von denen ich mich dafür verabschiedete, fehlen mir zuweilen sehr!