Wie Jet zu ihrem Namen und ich zur Katze kam.
Äusserst fasziniert von Tieren, hätte ich nicht gedacht, einem einzelnen emotional einmal so nahe zu kommen. Das genaue Beobachten, Nachspüren & Studieren der Tierwelt konnte mich schon immer begeistern. Doch immer mit einer gewissen emotionalen Distanz. Ich war immer Gast in der Welt dieser Tiere oder sie meine. Geladen oder ungeladen. Dass sich so ein Geschöpf jedoch intensiv und unermüdlich darum bemüht, meine Gunst zu gewinnen und Teil meines Lebens zu werden, erlebe ich momentan zum ersten Mal.
Eines Tages stand sie da, die kleingewachsene Tigerkatze und miaute mich heiser an. Ich weiss nicht mehr, wie ich darauf reagiert habe. Doch am nächsten und übernächsten Tag stand sie wieder da. Miaute heiser und suchte meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ihre heisere Stimme gefiel mir auf Anhieb. Auch hat sie einen gerade gewachsenen Schwanz. Keinen abgeknickten, wie die meisten Katzen in Asien, der irgendwie nicht zu diesen eleganten Tieren passt.
Jet ist lange nicht die einzige Katze, die mich täglich besucht, doch im Gegensatz zu den anderen suchte sie meine Nähe und leistete starke Beziehungsarbeit. Irgendwann wollte ich sie nicht mehr nur „die Katze“ nennen und gab ihr einen Namen. Jet.
Ohne darüber nachzudenken zu müssen, benannte ich sie nach ihren blitzschnellen Austickern im Spiel mit sich selbst. Zudem ist der Name einsilbig, wie die meisten Kurznamen der Thais. Das war mit der Moment, wo sie für mich Teil unserer damaligen Wohngemeinschaft wurde. Auch wenn ihr Revier vor meiner Wohnungstür endete.
Zum Willkommensakt gehörte was zu essen von unserem Tisch. Ein weiteres Argument, sich mit uns zu verstehen.. Klar, das Angebot ist knapp und die Rivalen um Nahrung überall präsent. Ihren feinen Körperbau gleicht sie durch ihr Temperament aus, wenn es darum geht, ihre Mahlzeiten gegen potentielle Mitesser zu verteidigen.
Ich begann diese liebenswerte Kreatur ihres Charakters wegen richtig zu mögen. Nie ernsthaft darüber nachgedacht, ein Haustier zu halten, doch wenn ein Tier mich zu seinem Beschützer auswählt, kann ich diese Aufgabe schwer ablehnen. Besonders, wenn es so süss, weich wie ein Teddy und durchgeknallt daherkommt wie Jet.
Seit Jim und Dschih ausgezogen sind, versuchte sie die physische Barriere, das Mückengitter in der Tür, beharrlich zu überwinden, um auch auf die Wohnung Anspruch zu erheben. Doch sie ist noch immer eine Katze von der Strasse und mit weiss wer wie vielen Käfern gespickt, die ich definitiv nicht in meiner Wohnung will. Diejenigen, die sich selber Zutritt verschaffen können, reichen mir aus.
Zu Recht. Ein Juckreiz, der anfangs lästig schien, doch mit der Zeit so stark wurde, dass ich meine Katze nie mehr als zwei Minuten sitzen sah, ohne sich zu kratzen, brachte ihr den wahrscheinlich ersten Besuch beim Tierarzt ein. Befund: Käfer im Ohr, die unter dem Mikroskop nicht gerade wie gemütliche Gäste aussahen. Geimpft und mit täglichem Ohrenputzen zucken ihre Pfoten jetzt auch auf meinem Lesestuhl, wenn sie dösend vor sich hin träumt. Sie liebt es, nicht mehr nur vor Tür und Fenster zu warten, bis ich mir Zeit für sie nehme, sondern stets in meiner Nähe zu sein. Ihre Streicheleinheiten für ihren flauschigen Bauch fordert sie noch immer ein, indem sie sich auf den Boden wirft und auf den Rücken dreht. Mir behagt es, mich nicht mehr gegen eine Invasion von Mücken zu wehren, wenn ich sie sich abends genüsslich strecken sehen möchte.
Genug Text über meine erste Tierliebe.
Es ist echt witzig an mir selbst zu erleben, was zwischen Mensch und Tier an Beziehung aufgebaut werden kann, wenn die Chemie stimmt. Denn zu den anderen Katzen in der Nachbarschaft hat sich meine Beziehung nicht gross geändert. Die sind noch genauso interessant, aus Distanz zu beobachten, mehr nicht.
Doch, eine gewisse Freude keimt auf, wenn ich Jet ihre Besitzansprüche geltend machen und sich dazwischen stellen sehe, wenn ich mich einer anderen mal hallo sagen will..
Unverkennbar Jet:














Es ist echt interessant, was die Monsunwinde neben einer Baisse an Tauchern noch mit sich bringen. Das Meer ist ziemlich harsch momentan und das Bootfahren abenteuerlich. Doch richtig interessant waren die Regenfälle vor einigen Tagen. Auf den ungefähr 20 Kilometern von meiner Haustür zur Tauchbasis fuhr ich bestimmt sieben Mal in Regen hinein und wieder hinaus. Die Strasse war trocken, als ich losfuhr, der Himmel mit Regenwolkenfeldern gescheckt. Teilweise schien die Sonne durch und erhellte die Hügelformationen in der Ferne, während die direkt vor mir schwarz im Schatten der Wolken lagen. 

